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Borreliose (Borrelia burgdorferi) bei Pferden
Was ist Borreliose und was tun gegen Zecken?
Bei der Borreliose handelt es sich um eine Infektion mit dem Bakterium Borrelia Burgdorferi, die sich über das Blut im ganzen Organismus des befallenen Tieres verbreiten. Sie werden von Zecken, die die Bakterien bei einem der letzten Saugakte aus dem Blut eines befallenen Organismus aufgenommen haben, beim Saugakt übertragen. Bevorzugt befallen die Zecken die feinhäutigen Körperstellen der Tiere. Hier zeigen sich dann oft die unten beschriebenen Reaktionen auf den Biss.
Die Zecken entfernt man am besten mit einer handelsüblichen Zeckenzange oder einer Pinzette. Der Kopf der Zecke muss vor dem Herausdrehen gut gequetscht werden, damit sie nicht beim Herausdrehen noch einen großen Schwall ihres das Gewebe reizenden Speichels in die Wunden fließen lässt. Die Drehrichtung ist übrigens egal, nur ziehen sollte man nicht.
Krankheitsbild:
Das Krankheitsbild der Borreliose beim Pferd klar abzugrenzen, ist derzeit noch unmöglich, da noch nicht genügend Kenntnisse zu dieser relativ neuen Krankheit beim Pferd vorliegen. Reaktionen auf die Stiche der infizierten Zecken können sein: Juckreiz, Entzündungen der Haut, Ödeme (das sind Schwellungen an Gliedmaßen oder anderen Körperstellen), Lahmheiten und Unruhe. Bei Fohlen kommt es sogar zur Anämie (= Verlust roter Blutkörperchen oder umgangssprachlich "Blutarmut") und Entwicklungsstörungen. Weiterhin kann das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr, so stark überreagieren, dass es zu gesundheitlichen Schäden z.B. in Gefäßen oder auch zu Schockreaktionen kommt. Der gesamte Organismus wird dadurch belastet.
Da diese Reaktionen aber auch bei Zeckenbissen auftreten können, die von nicht infizierten Zecken stammen, ist dies alles kein schlüssiger Beweis für eine Borreliose Infektion. Die weiterhin bei Borreliose auftretenden Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit oder Lethargie sind ebenfalls kein schlüssiger Beweis, denn viele andere Erkrankungen zeigen ähnliche Symptome. Einstweilen kann man sich also bei der Behandlung nur auf Indizien und das Ergebnis diverser Bluttests (s.u.) stützen.
Diagnose
Aufgrund der vielfältigen Symptome ist eine genaue Diagnose äußerst schwierig. Es besteht die Möglichkeit das Blut auf das Vorhandensein von Antikörpern, also körpereigene Abwehrkörperchen gegen die Borreliose-Bakterien, zu testen, die eine Infektion anzeigen können. Leider bietet dieses wiederum keinen stichhaltigen Beweis. Es gibt viele Pferde die hohe Antikörper-Werte haben, aber keinerlei Symptome zeigen.
Umgekehrt gibt es viele Pferde die Symptome zeigen, obwohl die Werte völlig
in Ordnung sind. Der Nachweis ist nur dann erbracht, wenn es gelingt den lebenden
Erreger zu isolieren.
Behandlung
Mit hochdosiertem Antibiotika ist eine Behandlung möglich. Kombinationen aus Oxitetracylinspritzen und ins Futter gegebenem Sulfatrimethoprim, erzielen oft gute
Ergebnisse. Diese Therapie sollte mindestens über einen Zeitraum von 14 Tagen
erfolgen. Im Anschluss daran sollte die durch die Antibiotika-Therapie gestörte
Darmflora saniert werden. Zudem kann man auch die organischen Veränderungen, die durch die Borreliose-Behandlung entstanden sind, therapieren.
Diese Therapie ist sehr umstritten, da mehr Schaden als Nutzen erfolgen kann, wenn man die
Nebenwirkungen gegen die Heilung stellt. Eine Impfung steht für Pferde jedoch noch nicht zur Verfügung. Diese gibt es nur für Hunde, so dass dies der einzige Weg ist.
Prophylaxe
Man sollte das Pferd täglich nach Zecken absuchen und diese wie beschrieben entfernen.
Bei geringem Befall sind Waschungen mit Mitteln gegen Parasiten möglich (fragen Sie Ihren Tierarzt). Vorbeugend kann man auch auf Vorder- u. Hinterbeine jeweils bis zum Vorderfußwurzel- bzw. Sprunggelenk mit Franz-Brantwein einreiben, das verhindert zumindest kurzzeitig, dass die Zecken aus dem Gras an den Beinen der Tiere hochkrabbeln. Es gibt auch Ganzkörper-Sprays gegen Insekten, die gering auch gegen Zecken helfen. Präparate wie für Hunde, die man auf das Tier gibt und die die Zecken abtöten, gibt es leider auch für Pferde noch nicht, da Zeckenbefall doch bei diesen Tieren ein relativ geringes Problem darstellt.
Ein Artikel von:
Rita Klein, THP-Anw. FB. Pferde
E-Mail: THPKlein@aol.com
Überarbeitet von Ihrem TierEcke.de-Team
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